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Wie ist eine komparative Kommunikationswissenschaft möglich, die Medien und Kommunikationsformen unterschiedlicher Kulturen in synchroner und diachroner Perspektive vergleicht, ohne dabei die Heterogenität kultureller Kommunikation aus den Augen zu verlieren? Eine transkulturell und epochenübergreifend arbeitende Medienwissenschaft kann jedenfalls weder das dominante neuzeitliche europäische Kultur- und Geschichtskonzept mit der radikalen Fixierung auf Homogenität, Fortschritt und technische Medien, noch dessen Kommunikationsmodell als Kodierungsraster übernehmen. Selbst die abstraktesten Modelle bleiben kulturspezifisch. Ähnliches gilt freilich auch für die Geschichts- und Kommunikationskonzepte anderer Kulturen. Es gibt keinen über allen Kulturen und Zeiten stehenden Kommunikationsbegriff.

Die Auswertung ausgewählter Kapitel der Mediengeschichte Europas, Japans, Indiens und weiterer Kulturen zeigt allerdings, daß sich gewisse Grundvorstellungen über Verständigung, Geschichte und Medien mehr oder weniger ausgeprägt in allen menschlichen Kulturen wiederfinden. Damit lassen sich Unterschiede in Zeit und Raum als Wechsel von Prämierungen einzelner Faktoren begreifen. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, jeweils nur die Gewichtsverschiebungen zwischen genau drei Faktoren zu erkunden. Das Buch entwickelt mehrere solcher Basistriaden, wendet sie an und reflektiert die Grundannahmen einer dahinterstehenden triadischen Epistemologie und Kommunikationstheorie.

Sie alle ermöglichen es, die Kommunikations-, Sprach-, Geschichts- und Medienkonzepte anderer Kulturen Ernst zu nehmen und deren Fremdheit während des Vergleichs zu erhalten.