Abb. 10: Grundannahmen der Ökologie und ihre Anwendung auf die Kommunikationswissenschaft

Ökologie als Lehre von den Wechselbeziehungen zwischen artverschiedenen Elementen
Gegenstand der Untersuchung sind Relationen zwischen Kommunikatoren, Medien, Informationen und zwischen Kommunikationssystemen – keine einzelne Elemente.
Schwerpunkt der Untersuchung sind Relationen zwischen den artverschiedenen Elementen, aber es können auch (gleichartige) Kommunikatoren, Medien, Informationen untereinander verglichen werden.
In der dynamischen Dimension steht die Wechselwirkung (Koevolution) zwischen den Relata – nicht einseitige Wirkungen (monokausale Prozesse) im Vordergrund.
Die Annahme artverschiedener Relata erfordert eine ontologische Typologie (Modell der Arten, logische Typenlehre und eine Emergenztheorie als Theorie über die Beziehung zwischen den Typen/Ebenen).
Die ökologische Kommunikationswissenschaft betrachtet Menschen, Kulturen und andere Kommunikationssysteme als Netzwerke artverschiedener Elemente. Kommunikatoren befinden sich z. B. untereinander und mit den Medien in Koevolution (Zusammenhang von Sinnen- und Medienwandel).
Ökologie als kybernetische Biosystemtheorie
Die Kommunikationssysteme und deren Elemente lassen sich als informationsverarbeitende Systeme begreifen,
- die sich durch Programme selbst steuern,
- deren Informationsverarbeitung eine Rückkopplungskreislauf bildet,
- die nach Systemerhalt streben und im Fließgleichgewicht mit der Umwelt stehen. Sie sind offen und geschlossen, selbstregulierend und umweltabhängig.

Ökologie als Lehre des Umgangs mit begrenzten Ressourcen
Die radikale Gleichgewichtsökologie nimmt an, daß die Ressourcen der kommunikativen Netzwerke, der Kommunikatoren, der Informationsverarbeitung, der Medien usf. begrenzt sind. Das Öffnen einer Verbindung im Netz bedeutet das Schließen einer anderen, die Aufmerksamkeit von Informationssystemen auf die Umwelt kann nicht beliebig erweitert werden, die Gesamtzahl der genutzten Medien bleibt konstant usf.
Methodisch wird die Kommunikationswissenschaft auf Prämierungsanalysen und Gewinn: Verlust-Betrachtungen orientiert.




 

 

 

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