Abb. 19: Mögliche Entwicklungsschritte der menschlichen
Informationsverarbeitung und Kommunikation
in der Kulturgeschichte
[1]

 

0.
Ausgangsannahme: Diffuse, egozentrische Synästhesie[2] , multimediale Informationsverarbeitung und Kommunikation unter Einsatz des gesamten Körpers
1.
Spezialisierung und Ausdifferenzierung der natürlichen Organe und des leiblichen Verhaltens und Erlebens. Arbeitsteilung auch der Informationsverarbeitung, Ungleiche Verteilung des Wissens und der Kommunikationsmöglichkeiten in der Gesellschaft
2.
Sozialisierung und Normierung (Habitualisierung, Ritualisierung, Institutionalisierung, Versprachlichung, Standardisierung) der mehr oder weniger ausdifferenzierten Formen individueller psychischer Informationsverarbeitung , der Vernetzung und von deren Medien. Auswahl einzelner bevorzugte Medien als Spiegel kultureller Erfahrung
3.
Technisierung einfacher monomedialer Kommunikation und der ausdifferenzierten und standardisierten individuellen Informationsverarbeitung und von deren Medien (Werkzeuggebrauch, Verschriftlichung, Mechanisierung, Industrialisierung/ Automatisierung, Elektrifizierung, u. a.)

 

Phasen:
Reversibilität: Die Informationstransformation wird umkehrbar
Replizierbarkeit: Die Informationstransformation kann (beliebig oft nacheinander) mit gleichem Ergebnis wiederholt werden.
Synchrone Reproduktivität: Vielfache simultane Vervielfältigung, identische Reproduktion als Prinzip (formgesteuerter) Massenproduktion
4.
Zunehmende Reintegration der ausdifferenzierten, sozial standardisierten und technisierten Prozesse, Prozessoren, I nformationen, Kommunikatoren und Medien.
( Parallelverarbeitung, multimediale Darstellung, globale Vernetzung)
     Phasen:
Additive Integration homogener Medien, Kommunikatoren, Informationen
Hierarchische Integration durch die Wahl eines Leitmediums (z.B. Typographie, elektronische Medien) bzw. einzelner Prozessoren(Sinne) oder Informationstypen als Bezugsgröße
Funtional-differezierte Integration
(Synästhesie auf Basis ausdifferenzierter Sinne, kontrollierte Multimedialität, inhomogene Netzwerke, ambivalente Spiegelungen)



[1] Vgl. a. die Zusammenfassung "Synästhetisches Perfektionsmodell der Entwicklung menschlicher Informationsverarbeitung und Kommunikation" in der Datenbank 'Geschichte'

 

[2] In der Entwicklungspsychologie gibt es ein lange Auseinandersetzung darüber, ob die Entwicklung vom Sozialem zum Individuierten oder vom Egozentrischen zum Sozialem, Dezentrierten verläuft.Beide Prozesse bedingen einander und laufen -mehr oder weniger synchronisiert - parallel Abb. In der Tabelle ist die Sozialiserung (2. Phase) zum Leitprozeß genommen

 

 

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